Vita

„Am Ende sind wir alle Geschichten.
Mach eine Gute daraus, ja?“
– The Doctor, Dr. Who

Um Geschichten zu erzählen, muß man sie sammeln. Ich hatte das Glück, bereits einige zu erleben.

Schon früh habe ich mir Geschichten ausgedacht und sie mit Freunden im Spiel zum Leben erweckt. Aufgrund meiner Faszination an Überliefertem, an Menschen und Beweggründen begann ich nach meinem Schulabschluss mit dem Studium der Geschichte. Das legte den Grundstein für meine Recherche- und Schreibtätigkeit. Während des Studiums arbeitete ich für Rollenspiel-Firmen, beriet Kunden und gestaltete die ersten Events.

Zunehmend Probleme machten mir Migräne- und Fibromyalgie-Anfälle. Sie hatten schon während der Kindheit begonnen und wurden mit der Zeit intensiver und einschränkender. Um mir schließlich selbst zu helfen, beschäftigte ich mich mit naturheilkundlichen Therapien. Schon bald wollte ich unbedingt in der Lage sein, auch Andere damit zu unterstützen. Ich machte meinen Abschluss als Heilpraktiker. Die anschließende Arbeit mit Menschen gab mir Einblicke in viele gesundheitliche Themen und Methoden. Darunter auch die oft schwierigen Bereiche von Trauer und Tod.

Noch wagte ich allerdings nicht, mich ganz in diese Themen einzugeben. Zwar hatte ich selbst kaum Schmerzen mehr. Aber mein Leben war immer noch bestimmt vom Suchen, vom Hinterfragen und vom Zweifeln. Eine zweite Phase der Neuorientierung begann.

Ich setzte meine Arbeit als Heilpraktiker fort, und folgte gleichzeitig meiner Liebe zu Theater und Film. So schrieb ich mich für Theater-, Film- und Medienwissenschaften ein, besuchte Schauspiel- und Regietraining und gründete Theatergruppen. Diese Liebe zum Spiel nimmt heute einen ganz besonderen Raum in meiner Arbeit ein.

Nach dieser Zeit glaubte ich, mich „jetzt endlich entscheiden“ zu müssen. Dann aber wurde mir klar: Mein ganzes Tun und Lernen, meine scheinbar unzusammenhängenden Entscheidungen ergaben eine einmalige Kombination für die Tätigkeit, die sich langsam offenbarte. Über die folgenden Jahre baute ich mein Wissen in intuitiven Methoden aus. Der Wunsch, noch mehr über Volkskunde, Mythologie und schmananische Techniken zu lernen, führte mich nach Irland. Ein Jahr verbrachte ich mit Studieren und Arbeiten dort – das Erarbeitete bringe ich heute in meine Reden und Rituale ein.

Während ich in Irland war, starb unerwartet meine Mutter. Ich kam Hals-über-Kopf und mit der Unterstützung irischer Freunde zurück nach Deutschland. Hier kümmerte ich mich um alles Anstehende. Ich sah dabei Vorgänge, die mir gefielen, und solche, die mir weniger gefielen. In Irland hatte ich mir einiges über irische Trauerbräuche angeeignet. Mit diesem Wissen gestaltete ich die Feier für meine Mutter.

Ihr Tod zeigte mir, wie wichtig es mir ist, Menschen und ihr Leben gewürdigt zu sehen. Ihre besonderen Lebensereignisse zu begleiten und auch das „Danach“ zu gestalten. Und alles, das ist, in meine Arbeit einzubeziehen. Mit Geschichten, Zeremonien, mit Zuhören und Erzählen.

Ich bin ein Seanchaí.

Die Fortsetzung meiner Geschichte folgt.

 

 

 

 

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