Und sonst so: Facepainting

(Lesezeit: 3 Min.)

Aus gegebenem Anlass erzähle ich ab jetzt auch mal mehr, was ich sonst noch so mache; eben in meiner Freizeit.

Dazu gehört zum Beispiel Facepainten bzw. mich als Paint-Model zur Verfügung stellen.

In seiner bekanntesten Version ist „Facepainting“ Kinderschminken. Michaela Zeng, meine Freundin seit der Schulzeit, hatte vor vielen Jahren damit angefangen und suchte damals Möglichkeiten zu üben. Mir wiederum hatte es schon immer Spaß gemacht, mich (Kinder-) schminken zu lassen. Also hatte ich mich nur zu gern freiwillig gemeldet. Zusammen waren wir dann auch bei deutschen und internationalen Painting-Festivals.

Mittlerweile ist Michi mehrfach ausgezeichnete Weltklasse-Face- und Bodypainterin, und bringt zusammen mit ihrem Mann André Link Bilder auf Körper, Leinwände, Särge, Wände und mehr. Üben muß Michi wirklich nicht mehr, aber wenn es passt, freue ich mich, außerhalb meines Berufs etwas mit ihnen machen zu können.

Entsprechend war ich sofort dabei, als sie mich für ihre Ausstellungs-Performance auf der Wow Art Ludwigshafen als Model haben wollten.

In 4 Stunden wurde ich dort von ihnen erst weiß, dann grau und schließlich bunt gemacht. Mit 6 Fernseh-Gerippen vor mir, die mit Bildern von fragwürdigen modernen Idolen und Schrecken bemalt waren, saß ich also in meinem noch-bunten Sessel und zeigte das Gesicht von einem, den dieses Abstumpfen einholte.

Die Kleidung war von Michi mit weißer Wandfarbe vorbereitet worden. Was wir nicht bedacht hatten war, dass sie sich dadurch verändern könnte und vor allem wie: Sie zog sich in die Länge. Nicht nur ragten die Ärmel vor Ort 20 cm über meine Hände hinaus, ich konnte mich in der ‚Tapete‘, wie ich das Gefühl bezeichnete, auch kaum bewegen. Die Ärmel haben wir kurzerhand abgeschnitten. André half mit vehementem Ziehen nach, das Ganze über meinen Kopf zu kriegen. Wie ich es wieder ausbekommen würde, das würden wir uns später überlegen.

Mit zunehmender Einfärbung ließ ich auch meine Bewegungen weniger werden. Schließlich saß ich nach Möglichkeit reglos da und starrte auf die vermeintlichen Bildschirme. – Okay, oder das Schaufenster dahinter. Oder ich wurde abgelenkt durch Gefüttertwerden mit Gummibärchen. (Mit Schminke überall ist das Essen etwas eingeschränkt. – Danke an die Kuratorin Nicoletta Stefan für die freundliche Spende!)

Zugegebenermaßen machte mir neben dem Buntwerden auch besonders viel Spaß, wenn Leute kamen, mich beim Stillsitzen beobachteten und schließlich fragten „Der ist nicht echt, oder?“

Nach vier einhalb Stunden war die Aktion beendet und es ging in Richtung Wasserhahn nach oben. So schön diese Kunst ist, so vergänglich ist sie auch.

Den Artikel zur Aktion selbst findet ihr übrigens hier. Ich freue mich jetzt auf die Nächste.

 

P.S.: Das Hemd mussten wir übrigens glücklicherweise nicht aufschneiden; Zupfen und Ziehen reichte, wir hatten ja mittlerweile Erfahrung.

(Foto: Michaela Zeng)

 

 

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