Im Zug zur Digina – Und das Ego fährt mit

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Auf dem Weg zur #DigiNa nach #München.

Ich fühle mich gleichzeitig neugierig und zögerlich. Natürlich bin ich neugierig; frage mich, was in Deutschland da in der digitalen Welt schon alles los ist, welche Menschen ich dort treffen werde und welche Berührungspunkte es geben wird.

Die #Digina, das ist die Konferenz zum Thema #DigitalerNachlass.

Was, schleicht mir die Frage in den Sinn, habe ich mit dem Thema zu tun?

Natürlich, ich mache Abschiedsreden, unterhalte mich mit Menschen über den #Tod und das Danach. Ich verwende dazu sogar das Internet. Ich habe schon während meiner Recherchearbeit eine Menge darüber gehört und gelesen.

Und dennoch: #Nachlass, ich? Und noch dazu irgendwie im #Computer?

Da zeigt sich klar, wie sehr das Ego noch an der Vorstellung festhalten will, dass man doch nichts zu sagen und entsprechend schon gar nicht zu hinterlassen hat. Irgendetwas gaukelt einem vor, daß das im Internet doch “eh nur virtuell” sei und, wie ich letzt von jemandem hörte, “wenn man weg ist, ist man halt weg, dann kommen keine Posts mehr.”

Daß es so einfach – und traurig – aber nicht ist, zeigt sich mir jeden Tag. Allein die Tatsache, daß ich gerade hier diesen Text schreibe, macht aus der ersten Annahme eine schräge Ironie. Wie falsch die Zweite ist… Nicht umsonst schreibe ich ein Buch darüber.

Alles hier hat mit Menschen zu tun. Auf beiden Seiten des Bildschirms. Das vergisst man nur leider zu leicht.

Ich produziere hier also gerade virtuellen Inhalt. Nur ein kurzes Festhalten von Gedanken während einer Zugreise. Nicht das erste Mal. Fast jeder notiert etwas, fast jeden Tag.

Digitaler Nachlass, wofür?

Was wird aus meinen Texten?

Den Bildern, den Fotos, die ich online gestellt habe?

Meiner Internetseite? Den Erinnerungen?

Ebay? Amazon? Was ist mit Bankkonto, Verträgen, Verpflichtungen, die über das #Internet ablaufen?

Was wird aus meinen Unterhaltungen? Den Leuten, die ich kenne? Meinen Freunden? Den Menschen, die ich vielleicht “nur” über das Internet kenne?

“Halt weg” ist weder wünschenswert, noch eine angenehme Perspektive, noch eine realistische Option. Selbst, wenn es einem für sich selbst egal sein mag: Es betrifft nicht nur mich, sondern auch eine Menge Andere.

Und es braucht Entscheidungen.

In Amerika und Großbritannien ist daher schon einiges bezüglich Digitalem Nachlass am Start. Ich bin gespannt, was in Deutschland geht.

 

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